Diakonissenhaus Harburg a. Elbe.

   


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Karten-Nr.: 348
Kategorie: Öffentliche Gebäude
Serien-Nr.: keine
Stempel: 21.02.1902
Verlag: August Warncke, Harburg a. E.
Zustand: Neuwertig
Format: Klein
Farbig: Ja
Gelaufen: Ja
Teil einer Serie: Ja
Objekt noch existent: Nein
Geo-Koordinaten: 53.460819444444, 9.9739638888889
Karte gestiftet: Klaus Pflughaupt aus Harburg  

Die schöne Ansichtskarte, eine Spende des Harburgers Klaus Pflughaupt, aus dem Verlag von August Warncke zeigt das ehemalige Diakonissenhaus in der heutigen Friedrich-Ludwig-Jahn-Strasse, vormals Turnerstrasse, Hausnummer 13.

Das Gebäude ist allerdings unter dem Namen Diakonissenhaus wenig bekannt, geläufiger war der Name Harburger Siechenhaus mit Warteschule.

Am 23.3.1872 wurde das erste Mal in der gemeinsamen Sitzung von Magistrat und Bürgervorsteher das Thema Sichenhaus besprochen. Es lag ein Antrag vor, ein solches zu errichten. Den Antrag eingebracht hatte ein "Comité für die Warteschule und die Krankenpflege durch die Diakonissen".

1868 hatte dieses Comité seine Arbeit begonnen, das erste Ziel sollte sein, in Harburg eine Warteschule (Kindergrippe) zu erreichten. Zur Finanzierung hatte das Comité eine öffentliche Sammlung durchgeführt. 1868 am 20.4. wurden die ersten Kinder aufgenommen, der Magistrat hatte geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Vorsitzende war Frau Sophie Strube (Ehefrau von Senator Strube), im Vorstand waren noch die beiden Ehefrauen der in der Stadt ansässigen protestantischen Pastoren, Frau Hoffmann und Frau Kulemann.

1872 ging das Comité dann daran, ein Sichenhaus zu bauen. Die Stadt (unter OB Grumbrecht) stellte ein geeignetes Gelände und baute auch das Gebäude, wo erst einmal nach Fertigstellung (1874) eine Schule (Klassen der Höheren Töchterschule) einzog. 1878 wurde das Gebäude dann als Sichenhaus dem Comité übergeben. 1888 legten die Frauen vom Comité ihre Ämter unter Protest nieder und die Stadt übernahm die Kontrolle über das Sichenhaus, welches nun eine
städtische Einrichtung wurde.

Das Siechenhaus lag nicht weit entfernt vom ehemaligen Krankenhaus am Irrgarten und stellt ein schönes Beispiel für erfolgreiches Engagement der Bürger, insbesondere der Harburger Frauen dar welche sichn bereits ab den 1860er Jahren ehrenamtlich für das Wohl der Harburger Bevölkerung einsetzten.

Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben vernichtet, heute grenzt das ehemalige Grundstück an den Schulkomplex der Gesamtschule Harburg

Das nahe gelegene Krankenhaus am Irrgarten:

Harburg Städtisches KrankenhausHarburg Stätisches Krankenhaus
 

Kommentare

Stefan Rather, 12.03.2009  
Ich bedanke mich recht herzlich bei Frau Kerstin Wolff aus 34127 Kassel, welche mir freundlicher Weise Hintergrundinformationen zum "Diakonissenhaus" aus Ihrer Publikation

"Stadtmütter - Bürgerliche Frauen und ihr Einfluss auf die Kommunalpolitik im 19. Jahrhundert (1860-1900)"

Verlag: Ulrike Helmer Verlag; Auflage: 1 (25. Juni 2003)

ISBN-10: 3897411229

zur Verfügung gestellt hat.

Vielen Dank!

kohls-harburg@web.de, 08.03.2009  
Meines Wissens war das Diakonissenhaus an der "Langen Linie".

Stefan Rather, 06.03.2009  
Diese Ansichtskarte ist eine freundliche, grosszügige Stiftung des Harburgers

Klaus Pflughaupt aus 21073 Hamburg

für das Ansichtskartenarchiv und diese Webseite.

Ein grosses "Danke" für den 8. Sponsor von www.harburg-an-der-elbe.de